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Rede der FDP-Fraktion im Kreistag vom 13.11.2008

SLABON: Kreistags-Berichterstattung über Schulsozialarbeit im DE fehlerhaft!

Inge Slabon wörtlich: "Heute ist ein guter Tag für Schulen im Landkreis Darmstadt-Dieburg". Wir beschließen endlich ein Konzept der schulbezogenen Schulsozialarbeit an allen weiterführenden Schulen. Dies ist ein bildungspolitischer und sozialpolitischer Meilenstein für Darmstadt-Dieburg. Ich bin davon überzeugt, dass diese Maßnahme, die jetzt erst einmal ziemlich viel kostet, in einiger Zeit zu sichtbaren Erfolgen führen wird: Die Ausgaben bei Hilfen zur Erziehung werden sinken, weil frühzeitig und damit auch rechtzeitig eingegriffen werden kann und wird. Ich stimme daher diesem Konzept mit voller Überzeugung zu.

Auch meine Fraktionskollegen, die bekanntermaßen kritisch auf jede Stellenausweitung schauen, sind in diesem Fall davon überzeugt, dass wir hier eine gute Entscheidung für den Kreis und die betroffenen Schülerinnen und Schüler in den Kreisgemeinden treffen. Allerdings gehen wir dabei davon aus, dass die Aussage des Schuldezernenten, dass trotz der zusätzlichen Personal- und Sachkosten die Schulumlage nicht erhöht wird, auch gehalten werden kann.

Dieser Beschluss ist auch für mich selbst ein Erfolg. Seit den 90er Jahren habe ich mich an vielen Stellen für die Einführung der schulbezogenen Sozialarbeit eingesetzt. Nachdem es in der letzten Legislaturperiode nicht gelungen war, diesen Schritt zu gehen, hatte ich beinahe die Hoffnung schon aufgegeben. Daher haben wir in unserem Wahlprogramm 2006 diese Forderung auch sehr vorsichtig formuliert: „Schulsozialarbeit muss weiterentwickelt werden. Den einzelnen Schulen muss freigestellt werden, ob sie die vom Kreis angebotenen projektorientierte Schulsozialarbeit in Anspruch nehmen oder bei besonderem Bedarf einen eigenen Sozialarbeiter erhalten.“ Mit diesem heute vorgelegten Konzept, wird dieser Zwischen Schritt übersprungen und sofort allen weiterführenden Schulen Schulsozialarbeit als ständiger Teil des schulischen Lebens und des Schulprogramms zur Verfügung gestellt.

Dieser Beschluss stellt aber auch eine späte Genugtuung für Ingrid Weng dar, die in der letzten Legislaturperiode die Bildungspolitik in der FDP-Fraktion vertreten hat. Genau wie ich war auch sie damals bereits der festen Überzeugung, dass Schulbezogenheit besser ist als Projektorientierung. Mit dieser Überzeugung konnte sie sich damals allerdings leider in der Koalition nicht durchsetzen. Ich zitiere aus ihrer Rede vom 24.6.2002: “Ich persönlich würde mir wünschen, dass wie in Darmstadt, Wiesbaden und Groß-Gerau in Zukunft Sozialpädagogen zum festen Bestandteil des schulischen Alltags und damit zum ständigen Ansprechpartner für Schüler und Lehrer werden. Der heute vorliegende Konzeptentwurf kann daher zunächst nicht mehr sein, als ein Schritt in die richtige Richtung.“

In der letzten Kreistagssitzung haben Sie alle einstimmig der FDP-Aussage zugestimmt, dass dies sogar der falsche Schritt zuerst war und dass wir jetzt alle gemeinsam den ersten Schritt gehen wollen und müssen. Dass die Realisierung des Beschlusses der letzten Kreistagssitzung so schnell vorgelegt wurde, hat mich positiv überrascht. Bedauerlich ist für mich nur, dass ich keine Möglichkeit hatte oder haben werde, an der Konzeptarbeit mitzuwirken.

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