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Pressemitteilung vom 27.04.2009
ACHILLES: Energieholzgewinnung im Landkreis sinnvolle Alternative
Wie der umweltpolitische Sprecher Albrecht Achilles ausführte, bestehe seitens der Energiewirtschaft Interesse an Flächen, die mit Energiepflanzen besetzt werden können. Es handelt sich um so genannte Kurzumtriebspflanzen wie Weiden, Pappeln oder Robinien, die auf landwirtschaftlichen Flächen über 20 Jahre wachsen und dabei alle 3 bis 5 Jahre gehäckselt werden. Diese Holzhackschnitzel werden in Kraftwerken zur Wärme- und Stromgewinnung oder in Gebäuden als Brennstoff eingesetzt. Der Landkreis hat in einigen Schulen bereits Hackschnitzel- und Pellet-Heizungen installiert, weitere werden geplant. Achilles möchte nun wissen, inwieweit im Kreis Flächen hierfür genutzt werden können. Derzeit läuft eine Studie, Holzabfälle aus den Kompostierungsanlagen des Kreises sowie aus der Landschaftspflege sinnvoll in die Energieschiene einzubringen.
Mit gezieltem Anbau von wüchsigen Pflanzen auf Flächen, die nahezu ohne Dünger- und Pflanzenschutzaufwand bewirtschaftet werden und nicht in Konkurrenz zur Ernährungswirtschaft stehen, könnte Pflanzenmaterial erzeugt werden, das pro Hektar ca. 4000 l Heizöl im Jahr ersetzen kann. Die zunehmende Nachfrage nach Holzbrennstoffen hatte in der Vergangenheit bereits zu Importen aus Osteuropa geführt, was angesichts der Energiedichte des Materials sicherlich kritisch zu sehen ist. Während sich Betreiber von Biogasanlagen auf der Basis Silomais bisweilen ethische Kritik anhören müssen, könnten Kurzumtriebsplantagen zum Beispiel unter den RWE-Hochspannungs¬leitungen oder auf staunassen Böden ohne Nahrungsmittelkonkurrenz angebaut werden. Zudem bieten Dauerkulturen in einer Landschaft mit ansonsten intensivem Landbau Rückzugsflächen für Wildtiere, die durch verstärkte Freizeitnutzung der Wälder kaum noch zur Ruhe kommen.
Insofern wird die Akzeptanz in der Bevölkerung sicherlich auch weniger kritisch zu sehen sein, als zum Beispiel bei den Windkraftanlagen, die zwar jeder im Energiemix sehen will, aber einen Standort vor Ort nicht unbedingt gutheißen mag. Da die Zielvorgabe des Landes Hessen gilt, 20 % erneuerbare Energie bis 2020 im Energiemix vertreten zu haben, sind die Möglichkeiten in diesem Sinne zu prüfen und bei gegebenen Voraussetzungen umzusetzen, meint die FDP-Fraktion.
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