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Pressemitteilung vom 20.08.2007

FDP-Anfrage an den Kreistag über schnellere Behandlung von Herzinfarkten

FDP-Anfrage
Schnellere Behandlung bei Herzinfarkten


Vorlage-Nr.: 1320-2007/DaDi vom 21.08.2007
KKH - Kreiskrankenhäuser
Betreff: Schnellere Behandlung bei Herzinfarkten

Anfrage der FDP-Fraktion:
In Zusammenhang mit einem Bericht in der FAZ vom 8.08.2007 (s. Anlage) bitten wir um
Beantwortung der nachstehenden Fragen:
1. Wie lang ist die durchschnittliche Behandlungszeit akuter Herzinfarktpatienten im
Landkreis DADI von der Alarmierung des Notarztes bis zur Behandlung zur
Wiederherstellung des Blutflusses in einem Katheter-Labor?
Antwort:
Vor ca. drei Jahren haben sich die Notärzte in den Rettungsdienstbereichen Darmstadt
und Dieburg auf ein Vorgehen bei akutem Koronarsyndrom geeinigt. Kurz darauf wurde
dieses Konzept überregional in Südhessen vorgestellt. Ziel war es, Patienten mit
Infarktverdacht möglichst rasch einer perkutanen Gefäßöffnung zuzuführen.
Für die Bereiche, für die Aschaffenburg näher liegt, wurde mit dem Klinikum
Aschaffenburg vereinbart, dass Notfallpatienten ungeachtet kommunaler
Zuständigkeiten und Grenzen in der schneller erreichbaren Klinik versorgt werden
sollen. Im Umkreis von 50 km stehen im Klinikum Darmstadt, Alicehospital Darmstadt,
Klinikum Aschaffenburg, in der Asklepios-Klinik Langen und im Klinikum Offenbach
Herzkathetermessplätze zur Verfügung, so dass es keine Probleme gibt, Patienten
kurzfristig zur Behandlung unterzubringen.
Im Rettungsdienstbereich Dieburg vergehen von der Alarmierung durch die Zentrale
Leitstelle bis zur Übergabe in der weiterbehandelnden Klinik im Durchschnitt 60
Minuten.
Im Rettungsdienstbereich Darmstadt werden aktuelle Zahlen (Alarmierung des Notarztes
bis Aufnahme Klinik bzw. Katheterlabor) zurzeit anhand von „Rückmeldezahlen“
ausgewertet. Im Ergebnis ist allerdings klar, dass Patienten mit akutem Koronarsyndrom
im Rettungsdienstbereich Darmstadt wegen der größeren Nähe zu den Kliniken noch
schneller behandelt werden können als im Rettungsdienstbereich Dieburg.
Druck: 24.10.2007 12:39 Seite 2 von 2
Bei Patienten, bei denen der akute Herzinfarkt während der Behandlung in der Abteilung
Innere Medizin im Kreiskrankenhaus Groß-Umstadt diagnostiziert wird, wird sofort
Kontakt mit dem Klinikum Darmstadt oder der Asklepios-Klinik Langen aufgenommen
und eine umgehende Übernahme in die Wege geleitet. Hier beträgt die Zeit von der
Diagnose bis zur Übergabe im Durchschnitt 60 Minuten.
Würde man nach den Vorschriften des Hess. Rettungsdienstgesetzes vorgehen, müsste in
einem solchen Fall ein Verlegungstransport mit dem in Frankfurt stationierten
Verlegungs-NAW angefordert werden, dessen Einsatzbereitschaft jedoch bereits mit
erheblichen Wartezeiten verbunden ist. Der vor Ort stationierte Notarzt darf einen
solchen Verlegungstransport nur in besonderen Ausnahmefällen durchführen, die
ausführlich schriftlich begründet werden müssen. Die Zeitspannen wären in einem
solchen Fall deutlich zu lange. Deshalb wird die Transportbegleitung durch einen Arzt
des Kreiskrankenhauses Groß-Umstadt durchgeführt, obwohl diese Vorgehensweise
nicht über das Budget finanziert ist.
2. Welche Möglichkeiten sieht der Kreisausschuss, in Zusammenarbeit mit der Stadt
Darmstadt sowie den benachbarten Landkreisen, eine schrittweise schnellere
Notversorgung von Patienten mit akutem Herzinfarkt zu erreichen mit dem Ziel, alle
Notfälle aus einer Umgebung von 50 km entsprechend dem beiliegend beschriebenen
„Modell Hildesheim“ innerhalb von spätestens 90 Minuten zu behandeln?
Antwort:
Auf Vorschlag von Prof. Werner, Leiter des Institutes für Notfallmedizin und Direktor
der I. Med. Klinik, Klinikum Darmstadt, wurde am 17.09.2007 beschlossen, im Rahmen
des Qualitätsmanagements am „Modell Hildesheim“ teilzunehmen, um sich einen
Überblick nicht nur über die wichtige Zeitspanne von Alarmierung bis Aufnahme in
einem Herzkatheterlabor, sondern über den – für den Patienten entscheidenderen –
Zeitbedarf bis zur Gefäßöffnung zu verschaffen.
Erste aussagefähige Zahlen werden in ca. sieben bis acht Monaten erwartet.
Ansonsten wird wegen der hohen Anzahl von Herzkathetermessplätzen in unmittelbarer
Nähe und wegen des hohen Ausbildungsstandes des eingesetzten Personals sowie der
umfassenden Organisation im Landkreis derzeit kein Handlungsbedarf gesehen.
Für die Beantwortung der Anfrage sind Personalkosten in Höhe von 198,90 Euro entstanden.
Anlage:
• Anlage 1: Bericht der FAZ vom 8.8.2007

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