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Pressemitteilung vom 30.10.2007

FDP begrüßt Teilnahme des Klinikums am „Modell Hildesheim“

Damit kann man sich bei akuten Herzinfarktpatienten einen genauen Überblick über die wichtige Zeitspanne von der Alarmierung bis zur Gefäßöffnung in einem Herzkathederlabor verschaffen. Erste aussagefähige Zahlen werden in sieben bis acht Monaten erwartet.

Das ist das Ergebnis einer Anfrage des FDP-Fraktionsvorsitzenden Klaus-Jürgen Hoffie im Kreistag des Landkreises Darmstadt-Dieburg.

Das durch das Herzinfarktnetz Hildesheim–Leinebergland praktizierte System zeigt Lösungen auf, wie durch gesamtheitliche Ansätze bei der Einbeziehung aller Berufsgruppen, die in der Region am Transport und der Behandlung Infarktkranker beteiligt sind, erheblicher zeitlicher Spielraum gewonnen wird. Die Zeitspanne zwischen der Arbeit des Notarztes und der erfolgreichen Gefäßaufdehnung konnte dort durch Effizienz steigernde Maßnahmen inzwischen von rund 130 Minuten auf durchschnittlich 75 Minuten reduziert werden. Bei direkt in der Klinik eingetroffenen Patienten verkürzte sich der Zeitraum zwischen Klinikaufnahme und Öffnung der Herzkranzarterie von zunächst noch rund 60 Minuten auf eine knappe halbe Stunde. Das Versorgungsnetz kann inzwischen fast alle Infarktkranken aus einer Umgebung bis zu 50 Kilometer innerhalb von 90 Minuten behandeln.
Basierend auf internationalen Studien empfehlen die nationalen und internationalen kardiologischen Fachgesellschaften solche Eingriffe in 90, spätestens jedoch 120 Minuten vorzunehmen.

Wie aus den Antworten auf die FDP-Anfragen hervorgeht, haben sich vor ca. drei Jahren die Notärzte in den Rettungsdienstbereichen Darmstadt und Dieburg auf ein Vorgehen bei akutem Koronarsyndrom geeinigt, das kurz darauf auch überregional in Südhessen vorgestellt wurde.

Für die Bereiche, für die Aschaffenburg näher liegt, wurde mit dem dortigen Klinikum vereinbart, dass Notfallpatienten ungeachtet kommunaler Zuständigkeiten in der schneller erreichbaren Klinik versorgt werden sollen. Im Umkreis von 50 Kilometer stehen außerdem im Klinikum Darmstadt, im Alicehospital Darmstadt, in der Asklepios-Klinik Langen und im Klinikum Offenbach Herzkathedermessplätze zur Verfügung.
Im Rettungsdienst Dieburg vergehen von der Alarmierung durch die zentrale Leitstelle bis zur Übergabe in der weiterbehandelnden Klinik im Durchschnitt die ersten 60 Minuten.
Im Rettungsdienst Darmstadt werden aktuelle Zahlen zurzeit anhand von „Rückmeldezahlen“ ausgewertet. Im Ergebnis ist allerdings klar, dass Patienten mit akutem Koronarsyndrom wegen der größeren Nähe zu den Kliniken schneller behandelt werden können als im Rettungsdienstbereich Dieburg.

Bei Patienten, bei denen der akute Herzinfarkt während der Behandlung in der Abteilung Innere Medizin im Kreiskrankenhaus Groß-Umstadt diagnostiziert wird, erfolgt nach Kontakt mit dem Klinikum Darmstadt oder der Asklepios- Klinik Langen die Übergabe nach durchschnittlich 60 Minuten bei Transportbegleitung durch einen Arzt des KKH Groß-Umstadt. Die FDP begrüßte die Teilnahme des Klinikums Darmstadt am „Modell Hildesheim“. „Das ist ein wichtiger Schritt, um Aufschlüsse für einen noch höheren Standard der akuten Versorgung von Infarktkranken zu erhalten“, erklärte Hoffie.

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