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Bildung

Mehr Vielfalt - mehr Qualität - mehr Eigenverantwortung Schule

Das wertvollste Startkapital ist für junge Menschen eine gute, umfassende Bildung. Damit ist nicht nur Fachwissen gemeint, sondern auch Werteorientierung, Sozialverhalten und die Befähigung zu selbständigem, lebenslangem Lernen.

Die FDP will die, vielfältige Bildungslandschaft im Landkreis erhalten und weiter ausbauen. Für die Liberalen ist klar, dass nicht die Einheitsschule der Weg zu einem besseren Schulsystem ist. Vielfalt der Angebote, finanzielle, organisatorische und personelle Selbständigkeit der Schulen und Wettbewerb sind die intelligente Lösung für die Zukunft.

Mit den

  • vor fünf Jahren allein von der FDP geforderten 5. gymnasialen Eingangsklassen an den weiterführenden Schulen des Kreises
  • den breit gefächerten Ganztagsangeboten an fast allen weiterführenden Schulen
  • der von der FDP initiierten Preschool und Internationalen Schule im Schuldorf Bergstraße
  • der Versorgung der Schulen mit modernen Kommunikationsmedien
  • dem Ausbau der Nachmittagsbetreuung an 17 Kreisschulen
  • der Modernisierung, Sanierung und Erweiterung der Schulen mit Kosten von 65 Millionen Euro und
  • der 6 Millionen teuren Verbesserung der Ausstattung

sind bereits wichtige Ziele erreicht.

Jetzt geht es um die Fortentwicklung eines qualifizierten, wettbewerbsfähigen Schulangebots. Deshalb fordert die FDP ein Gesamtkonzept für mehr Selbstverantwortung und Selbständigkeit unserer Schulen. Vertretungs- und Fortbildungsbudgets oder Schul-TÜV allein reichen nicht aus. Die FDP will, dass Schulen einen eigenen Haushalt verwalten, in den sämtliche staatlichen, kommunalen Haushaltsmittel und privaten Zuschüsse fließen und aus dem alle Ausgaben eigenständig getätigt werden. Das führt zu einem flexiblen, bedarfsgerechten Einsatz der Mittel. Voraussetzung ist, dass die Landesregierung den Schulen eine Teilrechtsfähigkeit zugesteht.

Diese Selbstverantwortung und Selbständigkeit sind die Voraussetzungen für das wichtigste Ziel erfolgreicher Schulen: ein Lebens- und Lernort, der die Lust am eigenständigen lebenslangen Lernen weckt und alle Schüler an einen begabungsangepassten Abschluss führt. Der staatliche Bildungsauftrag lässt sich am besten in weitestgehend unabhängigen, selbst organisierten Einrichtungen verwirklichen.

Unsere Kinder sind einzigartig und brauchen individuell abgestimmte Bildungsangebote. Schulen und Kindergärten sollen über den Weg, wie sie unseren Kindern eine bessere Bildung vermitteln, künftig stärker selbst entscheiden. Der Staat soll die Bildungsziele und die Bildungsstandards festlegen und für deren Überprüfung mit Hilfe von Vergleichsarbeiten und zentralen Prüfungen zuständig sein. Die Schule der Zukunft braucht Gestaltungsspielraum, um eigene moderne Unterrichtskonzepte und vielfältige, differenzierte Unterrichtsangebote entwickeln zu können. Schule muss sich an ihrem sozialen Umfeld orientieren, die Fähigkeiten, unterschiedlichen Begabungen und mannigfachen Fähigkeiten fördern.

Hochbegabte Schülerinnen und Schüler müssen besser erkannt, unterstützt und gezielt gefördert werden. Sie sollen zusätzlichen Unterricht in kleinen Gruppen erhalten, z.B. eine zusätzliche Fremdsprache erlernen, an Vorlesungen teilnehmen und die Schule schneller absolvieren können. Ebenso wichtig ist den Liberalen, dass auch lernschwachen Kindern gezielte, individuelle Förderung zuteil wird. Denn ohne besondere Förderung geraten sowohl Hochbegabte als auch Kinder mit Lernhemmungen schnell ins Abseits.

Die FDP schlägt ein Angebot Sommerschule vor, in der kreatives Spiel, Sport, Musik aber auch die Auf- und Nachbereitung des Gelernten auf dem Tagesplan stehen. "Pauken" soll den Tagesrhythmus der Sommerschule nicht dominieren. Vielmehr sollen die Kinder und Jugendlichen interessante Anregungen erfahren, Unterstützung erhalten und Wissenslücken schließen können. Die FDP will die Sommerferien keineswegs abschaffen. Wichtig ist uns jedoch, dass die Schüler nicht unbetreut stundenlang vor dem Fernseher oder Computer sitzen oder auf der Straße herumlungern. Die FDP setzt sich ein für gesicherte Betreuungsangebote in Zusammenarbeit mit Partnern aus Vereinen, Volkshochschulen, Ehrenamt und Wirtschaft

Eine langfristige Planung der regionalen Schulstruktur ist angesichts der demographischen Entwicklung und der prekären Haushaltslage notwendig. Das bedeutet u.a., dass vor dem Neubau von Schulgebäuden und zusätzlicher Klassenräume kreative Lösungen zur Auslastung der vorhandenen Kapazitäten gefunden, Schülerströme im Rahmen des Qualitätssicherungsgesetzes gelenkt, Schulbezirksgrenzen verändert und schulträger-übergreifende Lösungen mit einbezogen werden müssen, um Fehlinvestitionen zu vermeiden.

Eine nachhaltige Schulentwicklungsplanung darf mit Blick auf die Steuerbelastung der Bürger nicht außer acht lassen, dass es auf der einen Seite ein breit gefächertes, möglichst wohnortnahes Bildungsangebot geben sollte, auf der anderen Seite Schulen eine bestimmte Größe haben müssen, um bildungsökonomisch effektiv arbeiten zu können.

Eine regionale Schulentwicklungsplanung muss in Zukunft von den Schulgemeinden in der Region getragen und darf nicht mehr von der Politik bestimmt werden. Daher fordert die FDP die rasche Einrichtung von Regionalkonferenzen zur Schulentwicklung.

Eine selbständige Schule führt zu einem Wandel im Rollenbild der Schulleiter, die künftig als Schulmanager Verantwortung übernehmen müssen. Der Kreis soll das Schulleitungsteam bei der Übernahme betriebswirtschaftlicher Aufgaben beratend unterstützen und – solange noch Kreisaufgabe - kaufmännisch gut ausgebildetes Verwaltungspersonal in ausreichendem Umfang zur Verfügung zu stellen.

In Zukunft muss sich der Kreis als Schulträger stärker auf seine originären Aufgaben konzentrieren. d.h. auf die Bau- und Sanierungsmaßnahmen sowie auf eine personelle Grundausstattung ( Hausmeister, Sekretärin ). Anfallende Investitionen müssen sich verstärkt an den individuellen Schulprogrammen und -planungen orientieren. Sonderprogramme, wie zum Beispiel "Bücher für Hauptschüler" u. a. sollten in Zukunft in erster Linie von den Schulen im Rahmen ihrer Budgetierung entschieden und finanziert werden. Dadurch wird eine Ausstattung nach "Rasenmähermethode" und eine mögliche Doppelfinanzierung (z.B. durch Förder-Vereine) vermieden.

Vandalismus und Graffiti an Schulgebäuden und Schuleinrichtungen verursachen im Landkreis über Jahre einen Schaden in Millionenhöhe.

Die FDP wird darauf hinwirken ein Programm zu entwickeln, das sicherstellt, dass durch gemeinsame Übernahme von Verantwortung durch Schüler, Lehrer und Eltern eine derartige Verschwendung von Steuergeldern unterbleibt. Gegebenenfalls ist eine Videoüberwachung von Pausenhöfen und Fahrradständern außerhalb der Schulzeiten unvermeidbar.

Bei Neubauten, Sanierungen und Reparaturen von Schulgebäuden sind energiesparende, klimagerechte Baustoffe zu verwenden.

Die zweite Pisa Studie hat klar gemacht, dass in keinem anderen Land die soziale Herkunft so entscheidend für den Bildungsweg ist wie in Deutschland. Ganztagsschulen eröffnen viele Chancen, soziale und ethnische Barrieren abzubauen und die Bildungschancen aller Kinder zu verbessern. Durch die Ganztagsangebote im Rahmen der "Familienfreundlichen Schule" mit freiwilligen, oft kostenpflichtigen Nachmittagsangeboten werden die geforderten bildungspolitischen Ziele bisher nur ungenügend verwirklicht. Eine effektive ganztägige Schulorganisation, bei der sich über den ganzen Tag verteilt Unterricht und nicht-schulische Angebote eng miteinander durchdringen, führt zu einer nachhaltigen Rhythmisierung des Lernens und zu einer damit verbundenen gezielteren Förderung der unterschiedlichen Schülergruppen. Neben den offenen Ganztagsangeboten soll es daher auch echte Ganztagsschulen in gebundener Form geben. Aufgabe des Kreises muss es sein, die Schulen im Rahmen seiner Möglichkeiten auf dem Weg zur Weiterentwicklung effektiver Ganztagskonzepte zu unterstützen, indem er die dafür erforderlichen Rahmenbedingungen schafft.

Der Bildungsgang Hauptschule muss aufgewertet werden und sich noch stärker als bisher durch ein arbeitswelt- und berufsbezogenes Profil auszeichnen. Durch individuelle Förderpläne, durch ständigen Kontakt mit der Berufswelt und durch Bereitstellung von mehr Schulsozialarbeitern, sollen Probleme und Defizite beseitigt und die Leistungspotentiale der Hauptschüler erkannt und gefördert werden.

Schulsozialarbeit muss auch im Hinblick auf andere Schulformen weiterentwickelt werden. Den einzelnen Schulen muss es freigestellt werden, ob sie die vom Kreis angebotene projektorientierte Schulsozialarbeit in Anspruch nehmen oder, bei besonderem Bedarf, einen eigenen Schulsozialarbeiter erhalten.

Berufsschulen müssen sich mit dem schnellen Wandel in unserer Berufswelt auseinandersetzen. Um auf Veränderungen schneller reagieren zu können und um ein qualitativ hochwertiges flexibles Bildungsangebot sichern zu können, sollten Berufsschulen sich zukünftig aus ihrer traditionellen Schulstruktur lösen und sich hin zu regionalen, miteinander vernetzten, Bildungszentren entwickeln.

Es soll geprüft werden, inwieweit eine Übertragung der Zuständigkeit und der Aufgaben der Volkshochschule auf eine gemeinsame Zweckverbands-Verantwortung der Stadt Darmstadt und der Landkreise Südhessens zu sinnvollen Synergien und spürbaren Kosteneinsparungen führt. Dabei sollen wohnortnahe qualifizierte Angebote der Erwachsenenbildung, der berufs-bezogenen Weiterbildungs- und Wiedereinstiegsprogramme sowie der Sprachen, Kultur und Kreativität bewahrt und verbessert werden.

Bildung beginnt nicht erst in der Schule. Die FDP befürwortet daher den "Bildungsplan 0 bis 10", der nach Abschluss der derzeitigen landesweiten Erprobung die verbindliche Grundlage für die kontinuierliche pädagogische Arbeit von Anfang an und die Zusammenarbeit von Kindergarten und Grundschulen bilden wird. Gezielte vorschulische Förderung in Kindertagesstätten baut sprachliche Defizite ab und überbrückt kulturelle Unterschiede. Gezielte Bildungsangebote bedienen den Wissenshunger der Kinder und fördern die kognitiven und sozialen Fähigkeiten. So müssen wir die Startchancen für alle verbessern. Dies sind entscheidende Voraussetzungen, um später das Leben erfolgreich meistern zu können. Kindertagesstätten sollen nach Auffassung der FDP nicht länger allein der Betreuung und Versorgung kleiner Kinder während der Erwerbstätigkeit der Eltern sein, sondern erste Bildungseinrichtungen. Kinder im Alter von drei Jahren sind besonders aufnahmefähig für das spielerische Erlernen einer Fremdsprache. Dieser natürliche Wissendrang soll unterstützt und mit einem genau auf Drei- bis Fünfjährige zugeschnittenen Konzept aus freiem Spiel, Bewegung, Musik, Kreativität und Lernen gefördert werden.

Die FDP setzt sich für die Einführung einer verpflichtenden, kostenfreien, einjährigen "Kinderschule" in den Räumen von Kindertagesstätten oder Grundschulen für alle Fünfjährigen ein, die die Leistungsanforderungen für den Beginn in der Grundschule definiert und die Schulfähigkeit der Kinder fördert.
 

Kulturpolitik

Überregionale und regionale Kulturschätze und Kulturangebote und ein reges Vereinsleben zeichnen unseren Landkreis aus. Neben dem Weltnaturerbe "Grube Messel" und historische Gebäude wie dem Schloss Lichtenberg und die Veste Otzberg, sondern auch zahlreiche Heimatmuseen, mit sehr unterschiedlichen Schwerpunkten und viele Theater- und Musikvereine, die alle mit bewundernswertem ehrenamtlichem Engagement betrieben werden, sind hier beispielhaft zu nennen. Diese fördern und zu erhalten ist ein Ziel liberaler Kulturpolitik. Da ein vielfältiges und hochwertiges Kulturleben einerseits ein Gradmesser für die Lebensqualität in einer Region ist, andererseits auch einen wichtigen Faktor der Wirtschaft- und Standortpolitik darstellt, muss auch Kultur- und Vereinsförderung ein wesentlicher Bestandteil der Kommunalpolitik sein. Basis dafür sind vor allem ehrenamtliches Engagement und Kultursponsoring aber auch freiwillige Leistungen der Gemeinden und des Landkreises für die Kultur- und Vereinsförderung.

Angesichts der schwierigen finanziellen Lage muss auch der Landkreis Darmstadt-Dieburg seine freiwilligen Leistungen auf den Prüfstand stellen. Das darf aber nicht zu einem Kahlschlag in der Kultur- und Vereinsförderung führen. Entscheidungen sind hier äußerst gewissenhaft und mit Blick auf die Zukunftssicherung des vielfältigen Kulturangebotes in unserm Landkreis zu treffen. Notwendige sind aber auch neue und innovative Wege der Kulturförderung, z. B. durch verstärkte Unterstützung und Anerkennung des Ehrenamtes und durch aktives Werben für Kultursponsoring.

 

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