Soziales,
Gesundheit, Senioren
„Die
Zukunft, die wir wollen, muss erfunden werden. Sonst bekommen wir
eine, die wir nicht wollen.“
Josef Beuys (1921-1986)
Mehr
Arbeitsvermittlung
- mehr Generationengerechtigkeit - mehr Sicherheit
Liberale
Sozialpolitik basiert auf einem Menschenbild, in dem der Einzelne
bemüht ist, sein Leben in der Gemeinschaft selbstständig und
eigen-verantwortlich zu gestalten. Wo dies aufgrund von Behinderung,
Krankheit oder Lebensalter nicht möglich ist, muss Hilfe
zielgerichtet, effektiv, schnell und kostengünstig geleistet werden.
Dabei muss eine ständige Überprüfung der Hilfeleistungen auf ihre
Effizienz erfolgen.
Die
Schaffung neuer Arbeitsplätze ist eine wesentliche Voraussetzung für
eine erfolgreiche Sozialpolitik. Daher sind Sozial- und
Wirtschaftspolitik eng miteinander verbunden.
Bürgerengagement
stärken
Leben
in unserem Kreis und unseren Gemeinden bedeutet vor allem Leben in
der Gemeinschaft. Hier ist die Möglichkeit des Einzelnen, seinen
unmittelbaren Lebensraum, seine Lebensbedingungen und seine
Lebensqualität selbst zu erkennen und mitzugestalten. Für Liberale
gilt das Prinzip der Subsidiarität, des Vorrangs der kleineren
Einheit: Auf höherer Ebene soll nur geregelt werden, was auf unterer
Ebene nicht besser geregelt werden kann. Wichtiger Bestandteil der
liberalen Bürgergesellschaft ist der stärkere
und
frühzeitigere
Einfluss der Bürger auf kommunale Sachentscheidungen durch
Bürgerbegehren und Bürgerentscheide.
Für die FDP sind Eigeninitiative, Selbsthilfe und das Ehrenamt
untrennbar verbunden mit dem Einsatz für die Gemeinschaft. In dieser
Gemeinschaft sind Sport- und Kulturvereine ebenso unverzichtbar, wie
soziale Initiativen. Sie brauchen Unterstützung und notwendige
Freiräume, um sich entfalten zu können. Das ehrenamtliche
Engagement soll erleichtert werden durch Qualifizierung, Anleitung
und die Vereinfachung von Verwaltungsvorschriften. Das Ehrenamt muss
mehr Anerkennung auch durch verstärkte öffentliche Würdigung
erfahren.
Gesundheitswesen
reformieren
Eine
gute
Versorgung im Krankheitsfall und eine qualifizierte Pflege vor
Ort sind zentrale Anliegen der Menschen an die kommunale
Gesundheitspolitik.
Sie
muss trotz der dramatischen finanziellen Lage des Landkreises aber
auch der Überbürokratisierung und Reglementierung des
Gesundheitswesens Rahmenbedingungen schaffen, damit den kranken
Menschen in zumutbarer Entfernung ein ausreichendes Angebot
medizinischer und pflegerischer Leistung durch Heilberufe,
Pflegedienste und Krankenhäuser zur Verfügung steht.
Eine
dem
Bedarf angepasste Versorgung auf verschiedenen Leistungsebenen
(Grund-, Regel-, Schwerpunkt- und Maximalversorgung) muss
gewährleistet werden. Dabei soll trotz des überall eingeleiteten
Bettenabbaus eine intelligente, die Notfallversorgung gewährleistende
Krankenhausplanung umgesetzt werden.
Die
Optimierung der ÖPNV-Verbindungen zu den Kreiskliniken ist für die
ländliche Bevölkerung eine wichtige Voraussetzung für die
Akzeptanz der Krankenhäuser und ärztlichen
Versorgungseinrichtungen.
Kooperationen
bilden
Langfristige,
erfolgreiche
Planung, Effizienz und Wirtschaftlichkeit, innovative
Leistung und Anwendung neuester Technologien sowie ein gutes
Zuweisungsmanagement durch Vernetzung mit niedergelassenen Ärzten
ist ohne Strukturwandel durch Konzentration und Kooperation nicht
mehr erreichbar.
Um
die medizinische Betreuung in Krankenhäusern auf hohem
medizinisch-technischem und personellen Niveau halten zu können,
sind landkreisübergreifende Verhandlungen zur
betriebswirtschaftlichen Optimierung oder Kapitalaufstockung
notwendig, damit Leistungen vor Ort kostengünstiger angeboten werden
können. Dabei sind moderne Medientechniken zu nutzen.
Die
FDP dringt deshalb seit Jahren mit Nachdruck auf eine strategische
Partnerschaft der beiden Kreiskrankenhäuser in Groß-Umstadt
(Allgemeinversorgung) und Jugenheim (Fachklinik orthopädische
Chirurgie und neurologische Rehabilitation) mit anderen privaten oder
öffentlich-rechtlich organisierten Krankenhausträgern in der
Region, um dem Millionendefizit und Insolvenzgefahren
entgegenzutreten. Nur so kann die medizinische Versorgung
wirtschaftlich und im Wettbewerb um Patienten, Kapital und Fachkräfte
gesichert werden.
Der
Kreistag hat zwar 2009 einen entsprechenden Antrag der FDP einstimmig
beschlossen, bis heute ist die rot-grüne Koalition jedoch über
unbedeutende Ansätze nicht hinaus gekommen.
Diesem
Versagen
der politisch und geschäftsführend Verantwortlichen muss
nach den Kreistagswahlen ein Ende bereitet werden. Schon heute
erhöhen die aufgelaufenen rd. 22 Mio. Euro Verluste die
Gesamtschulden des Kreises in auf Dauer nicht vertretbarem Maße.
Versorgung
verbessern
Liberale
kommunale
Gesundheitspolitik fordert eine verbesserte Zusammenarbeit
der freien, niedergelassenen Heilberufe untereinander sowie mit den
Krankenhäusern der Region. Dabei ist auch daran gedacht, dass
niedergelassene Heilberufe in Krankenhäusern praktizieren. Die FDP
lehnt allerdings einen Wettbewerb verzerrenden Konkurrenzkampf des
Landkreises mit niedergelassenen Ärzten ab. So hat sie gegen den
Widerstand aller anderen Kreistagsfraktionen dafür gesorgt, dass es
zu einer gerichtlichen Entscheidung kam, mit der die Kreisverwaltung
daran gehindert wurde, mit Geldern der Steuerzahler ein teures
Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) mit dem Ziel einzurichten,
Patienten gezielt in die kreiseigenen Krankenhäuser einzuweisen.
Die
FDP begrüßt deshalb ausdrücklich den gerade beschlossenen Verkauf
eines Teilgrundstücks auf dem Gelände des Krankenhauses in
Groß-Umstadt zum Marktwert an private Investoren, um dort ein
Ärztehaus für niedergelassene Fach- und Hausärzte zu errichten.
Dies unterstützt die nach jahrelangen Stabilisierungskonzepten einer
privaten Unternehmensberatung eingeleitete Neustrukturierung des
Kreiskrankenhauses zu einem umfassenderen Gesundheitszentrum der
Grund- und Regelversorgung mit vernetzter ambulanter und stationärer
Medizin. Die ärztliche Kooperation schafft kurze Wege für
Patienten, Synergieeffekte und effizienteres Arbeiten.
Angesichts
von
jährlich ca. 800 000 Patienten, die in Deutschland eine
nosokomiale Infektion erleiden und von denen rund 40 000 daran
versterben, verlangt die FDP Maßnahmen einer effizienten und alle
Bereiche umfassenden Hygiene in den Kreiskrankenhäusern durch
ständige Präsenz eines Facharztes für Hygiene.
Pflegedienste,
Krankentransport
und Rettungsdienste sind so zu organisieren, dass
chancengleicher Wettbewerb für private und freigemeinnützige
Anbieter ermöglicht wird.
Die
ärztliche Notfallversorgung muss im Landkreis im bisherigen Umfang
erhalten bleiben. Die FDP tritt dafür ein, dass die notärztliche
Versorgung im Landkreis bedarfsgerecht gesichert wird.
Senioren
einbinden
Alter
darf nicht ins Abseits führen. Ältere Menschen müssen als
geachtete Bürger gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben
teilhaben können, aktiv, sinnvoll eigenverantwortlich und selbst
bestimmt. Von ihren Erfahrungen können alle profitieren.
Noch
wird Darmstadt-Dieburg aufgrund seiner Lage und Ausgangsbedingungen
als "Zuzugskreis" begünstigt und weiter wachsen. Prognosen
lassen jedoch einen Bevölkerungsrückgang
ab 2020
erwarten. Vorausschauendes politisches Handeln muss sich schon jetzt
durch eine demografische
Anpassungs- und Präventionsstrategie
auf diese erkennbare Entwicklung einstellen. Die FDP richtet dabei
ihr Hauptaugenmerk auf die Verbesserung der Bedingungen für Kinder,
Familien und Senioren, den Zuzug und Verbleib junger Familien, eine
bedarfsgerechte Anpassung der öffentlichen Strukturen und auf
verbesserte Lebensbedingungen, die die Attraktivität unseres
Landkreises erhöhen.
Dafür
wird sich die FDP in der vom Kreistag eingesetzten "Kommission
demografischer Wandel" auch weiterhin nachhaltig einsetzen.
Liberale
Seniorenpolitik geht Jung und Alt gleichermaßen an, weil sie das
Gegeneinander der Generationen verhindern und das Miteinander
erreichen will.
Die
FDP will die ehrenamtliche
Tätigkeit von Senioren
im Rahmen ihrer Möglichkeiten anregen und fördern.
Sie soll gerade diesen Personenkreis einer älter werdenden
Gesellschaft dazu animieren, Verantwortung zu übernehmen und sich
mit all ihrer Erfahrung um die Angelegenheiten der Gemeinschaft zu
kümmern. Altengerechtes Wohnen in seiner Vielfalt, Seniorenclubs,
Seniorenbeauftragte, Vereine zur gegenseitigen Hilfe etc. sollen
gefördert werden. Der
ambulanten Hilfe ist Vorzug
einzuräumen
vor der
stationären
Hilfe,
wobei dem Wunsch der Senioren auch nach verschiedenen Zwischenstufen
entsprochen werden soll. In vielen Gemeinden sind bereits
Seniorenbeauftragte in den Verwaltungen tätig. Daher fordert die FDP
vorrangig die Verlagerung
der Beratungstätigkeit vom Kreis auf die Kommunen.
Keine
einseitige
Bevorzugung von Kommunen
Mit
dem Senio-Verband und der der Gersprenz gGmbH finanzieren der
Landkreis und die Kommunen Eppertshausen, Fischbachtal, Groß-Umstadt,
Groß-Bieberau, Groß-Zimmern, Münster und Reinheim einen nach wie
vor nicht kostendeckenden Betrieb von Pflegeheimen.
Die
FDP drängt darauf, dass der Landkreis mit den im Senio-Verband
beteiligten Kommunen schnellstmöglich eine Einigung über den
Ausstieg und auf Übertragung seiner fast 25 %-Beteiligung auf
interessierte Investoren erreicht. Dies schon deshalb, weil sich der
Landkreis kommunalrechtlich auf diejenigen Aufgaben zu beschränken
hat, die der einheitlichen Versorgung und Betreuung der Bevölkerung
des ganzen Landkreises oder eine größeren Teils des Landkreises
dienen. Ein sozialpolitisch besonderes finanzielles Engagement
zugunsten weniger Gemeinden allein im Ostteil des Kreises
benachteiligt die große Mehrheit aller anderen Städte und Gemeinden
im Kreis.
Die
FDP unterstützt Initiativen privater oder gemeinnütziger
Rechtsträger zum Bau und Betrieb von seniorengerechtem Wohnraum,
Altenpflegeeinrichtungen und der Betreuung Demenzkranker.
Seniorenarbeit
sollte
möglichst wohnortnah erfolgen. Was in den Kommunen an
Seniorenarbeit erledigt werden kann, darf nicht zusätzlich Aufgabe
des Landkreises sein.
Jugend
ernst
nehmen
Demokratie
ohne Nachwuchs hat keine Zukunft. Liberale Politik bedeutet, dass
Jugendliche ernst genommen werden und eigene Gestaltungsmöglichkeiten
haben. Generationengerechtigkeit und verantwortungsbewusste Teilnahme
am gesellschaftlichen Leben betrifft alle Altersstufen.
Die
FDP will die Eigeninitiative und Selbstorganisation Jugendlicher
fördern und deshalb Schülerwahlen,
Jugendbeiräte und Jugendparlamente unterstützen.
Angebote
für Jugendliche müssen so ausgestaltet werden, dass gerade
diejenigen, die keiner sinnvollen Freizeitgestaltung nachgehen und
daher am ehesten gefährdet sind, angesprochen werden. Hier gewinnt
die Tätigkeit der Vereine und auch der Jugendorganisationen der
politischen Parteien eine herausragende Bedeutung.
Bei
der Förderung
der Vereine
ist besonders darauf zu achten, dass eine qualifizierte Jugendarbeit
geleistet wird. Nur so kann sichergestellt werden, dass den
Jugendlichen ein möglichst breites Angebot zur Verfügung steht.
Daher fordert die FDP eine Ausweitung entsprechender
Informationsveranstaltungen für die in der Jugendarbeit Tätigen.
Kinder
und
Familie fördern
Ohne
Kinder hat unsere Gesellschaft keine Zukunft. Dabei ist die
Vereinbarkeit von Familie und Beruf wichtig, um die Entscheidung für
ein Kind zu erleichtern. Kinder und Karriere müssen nebeneinander
möglich sein. Das gilt ebenso für allein erziehende Väter und
Mütter. Wer Flexibilität im Beruf zeigen soll, muss auch auf
flexible
Ganztagsbetreuungsangebote,
Tagesmütter und Kinderkrippen zurückgreifen können.
Ganztageskinderplätze mit flexiblen Öffnungszeiten und schulische
Ganztagsangebote sind daher unverzichtbar.
In
Kindergärten
muss das Betreuungsangebot durch altersgerechte,
auch
bilinguale
Bildungsangebote
verbessert werden.
Integration
kommunal
verwirklichen
Deutschland
ist
eindeutig ein Einwanderungsland. Allein von den rund sechs
Millionen Hessen sind über eine Million in den letzten Jahrzehnten
zugewandert oder als Kinder ihrer zugewanderten Eltern hier geboren.
Die meisten Zuwanderer tragen positiv zu Hessens Internationalität
und unserem gemeinsamen wirtschaftlichen Wohlstand bei. Doch wir
müssen uns auch um diejenigen kümmern, die aufgrund mangelnder
Bildung und Qualifikation in Parallelgesellschaften verdrängt worden
sind und sich dort eingerichtet haben. Integration ist eine
Querschnittsaufgabe, die alle Lebensbereiche und Politikfelder in
unserem föderal organisierten Gemeinwesen betrifft. Die wichtigste
Integrationsebene ist dabei die Kommune. Denn hier leben, wohnen und
arbeiten die Menschen. Hier sind die Krippen, Kindergärten, Schulen
und Vereine, in denen gemeinsam gelernt und das menschliche
Miteinander eingeübt wird.
Unsere
Aufgabe
ist es deshalb, vor Ort Unterstützungssysteme zu etablieren,
die zum frühen Erwerb von Sprachkompetenz, einer individuellen
Förderung von Begabungen und nicht zuletzt zu einer gemeinsamen
Werteorientierung beitragen. Dabei müssen Politik, Verwaltung,
Bildungseinrichtungen, Ausländerbeiräte, die lokale Wirtschaft und
vor allem die zahlreichen Bürger, die sich in diesem Bereich bereits
ehrenamtlich engagieren,
mit
gemeinsam vereinbarten Zielen vernetzt werden.
Integrationsangebote
sind
eine Pflichtaufgabe der Gesellschaft. Doch ebenso besteht für
Migranten die Pflicht, diese Angebote anzunehmen. Die Hessische
Landesregierung hat mit der Einrichtung von Modellregionen zur
Erprobung kommunaler Integrationskonzepte die Initiative ergriffen.
Davon werden langfristig alle Städte und Gemeinden profitieren.
Für
liberale Kommunalpolitiker heißt das konkret:
-
Unterstützung
junger Menschen durch Integrationslotsen, die z. B. bei der Erstellung
der Bewerbungsunterlagen behilflich sind.
-
Die
sprachlichen Fähigkeiten von Migranten müssen als Qualifikation
verstanden werden. Bescheinigung über Sprachkompetenz in der
Muttersprache der Eltern oder Großeltern können Chancen bei Bewerbungen
eröffnen.
Sicherheit
erhöhen
Den
Ängsten und dem Bedrohungsempfinden der Bevölkerung muss Rechnung
getragen werden. Viele Bürger fühlen sich an bestimmten Orten zu
bestimmten Zeiten nicht ausreichend sicher.
Die
Polizei kann nicht jederzeit überall vor Ort sein, zumal sie meist
für mehrere Kommunen gleichzeitig zuständig ist.
Die
FDP befürwortet
daher einen
ehrenamtlichen freiwilligen Polizeidienst,
der an den Brennpunkten immer wieder präsent ist. Alleine diese
Präsenz reicht oftmals schon aus, Bedrohungen und Vandalismus
vorzubeugen. Die örtlichen Polizeidienststellen können so teilweise
entlastet, bei Bedarf aber zu Hilfe gerufen werden.
Die
Erfahrungen von Kommunen, die einen solchen freiwilligen
Polizeidienst eingerichtet haben, sind durchweg positiv.
Wo
Gewalt, Diebstahl, Vandalismus und Graffiti-Verunreinigungen an
Schulen nicht einzudämmen sind, wird die FDP darauf hinwirken, dass
Programme entwickelt werden, die sicherstellen, dass durch gemeinsame
Übernahme von Verantwortung durch Schüler, Lehrer und Eltern eine
derartige Verschwendung von Steuergeldern unterbleibt. Gegebenenfalls
ist eine Videoüberwachung von Pausenhöfen
und
Fahrradständern außerhalb der
Schulzeit
einzurichten.
Feuerwehr,
Rettungsdienst
und Katastrophenschutz
Ehrenamt
I.
Klasse stärken
Die
Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis leisten mit ihren 2 700
ehrenamtlichen Mitgliedern gemeinsam mit den Kräften der weiteren
Rettungsdienste und des Katastrophenschutzes wie
Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), Deutscher Lebensrettungs-Gesellschaft
(DLRG), Deutschem Roten Kreuz (DRK), Johanniter-Unfallhilfe (JUH),
Maltesern und Technischem Hilfswerk (THW) einen unverzichtbaren
Beitrag für unsere Gesellschaft. Beim Brandschutz, bei der
allgemeinen Hilfe und beim Katastrophenschutz geht es tagtäglich in
besonderer Weise um die Sicherheit. Mit ihrem Einsatz rund um die
Uhr, bei dem sie oft ihre eigene Gesundheit und ihr Leben riskieren,
versehen sie ein Ehrenamt Erster Klasse.
Die
FDP fordert deshalb, auch angesichts der demographischen Entwicklung,
die Unterstützung der Politik bei der Mitgliedergewinnung und die
Anerkennung als besondere Pflichtaufgabe zu begreifen.
Ohne
die Nachwuchsarbeit mit den heute über 1 100 Mädchen und
Jungen in den 68 Jugendfeuerwehren hätten unsere Feuerwehren keine
Zukunft.
Die
FDP setzt sich daher für die Beibehaltung des Lehrgangs- und
Seminarangebotes auf Kreisebene ein, die ergänzend zu der Ausbildung
auf Standortebene den heutigen Anforderungen an die Feuerwehraktiven
entspricht und die Ausbildung zu hervorragenden und leistungsfähigen
Teams ermöglicht.
Synergieeffekte
schaffen
Darüber
hinaus unterstützt die FDP die Fortführung der Mitfinanzierung
durch den Landkreis für Fahrzeuge an Standorten mit überörtlichen
Aufgaben sowie die Fortführung des Wechsellader-Systems für die
Gemeinden des Landkreises. Es darf nicht alleinige Aufgabe der
Gemeinden sein, ihre örtliche Feuerwehr mit allen denkbaren
Gerätschaften auszustatten. Hierbei muss auch der Landkreis aktiv in
die Finanzierung mit eintreten, um Fahrzeuge und Material mit
überörtlicher Bedeutung auf dem neusten Stand zu halten und so die
Sicherheit aller 23 Städte und Gemeinden zu ermöglichen.
Gleichzeitig
begrüßt es die FDP, wenn sich Feuerwehren im Sinne der kommunalen
Zusammenarbeit im Brandschutz und bei der technischen Hilfeleistung
spezialisieren, sodass sich die Gemeinden im Einsatzfall
untereinander unterstützen und beraten können. Es kann nicht von
jeder freiwilligen Kraft verlangt werden, sich mit allen technischen
Finessen von der Bedienung eines „Gerätewagen Strahlenspürtrupps“
bis hin zur „Drehleiter“ en detail auszukennen.
Zusätzlich
zu den freiwilligen Feuerwehren sind im Landkreis weitere
Leistungserbringer des Notärztlichen- und des Rettungsdienstes
tätig. Die FDP hält an den Notarzt- und Rettungsdienststandorten
Dieburg, Groß-Umstadt und Jugenheim fest. In der Vergangenheit hat
sich die Abdeckung des Kreisgebietes durch drei Notarztstandorte mit
Unterstützung durch den Notarzt der Stadt Darmstadt bewährt.
Feuerwehr,
Rettungsdienst
und Katastrophenschutz sind ihrerseits aufgefordert,
in eigener Verantwortung technisch, organisatorisch und
wirtschaftlich für sinnvolle Synergieeffekte zu sorgen.