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Soziales
Mehr Arbeitsvermittlung - mehr Generationengerechtigkeit
- mehr Sicherheit
Liberale Sozialpolitik basiert auf einem Menschenbild, in
dem der Einzelne bemüht ist, sein Leben in der Gemeinschaft selbstständig
und eigen-verantwortlich zu gestalten. Wo dies aufgrund von Behinderung, Krankheit
oder Lebensalter nicht möglich ist, muss Hilfe zielgerichtet, effektiv,
schnell und kostengünstig erfolgen. Dabei muss eine ständige Überprüfung
der Hilfeleistungen auf ihre Effizienz erfolgen.
Die Schaffung neuer Arbeitsplätze ist eine wesentliche
Voraussetzung für eine erfolgreiche Sozialpolitik. Daher sind Sozial-
und Wirtschaftspolitik eng miteinander verbunden.
Hartz IV / SGB II
Der Landkreis hat sich dafür entschieden, mit der Kreisagentur
für Beschäftigung direkte Verantwortung für Beschäftigung
von Langzeitarbeitslosen zu übernehmen, für die bisher die Arbeitsverwaltung
zuständig war.
Die Übernahme der Leistungen nach den SGB II durch die
Kreisagentur für Beschäftigung eröffnet die Möglichkeit,
ortsnah, gezielt und personenbezogen in verschiedenen Stufen zu fördern
und auch zu fordern. Leistungsempfänger und Fallmanager müssen gemeinsam
Lösungen erarbeiten, die den Hilfebedürftigen weder über- noch
unterfordern. Diese Lösungen sind dann verbindlich umzusetzen. Dabei sind
Leistungskürzungen im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten notwendig,
wenn die Leistungsempfänger nicht bereit sind, eigenverantwortlich mitzuwirken.
Qualifizierungsmaßnahmen müssen sich an den Anforderungen des Arbeitmarktes
orientieren.
Alle Instrumente der Arbeitsmarktpolitik sind auf Umfang,
Wirksamkeit und Effizienz zu überprüfen. Das gilt auch für die
sogen. "Ein-Euro-Jobs". Nach unserer Überzeugung dürfen diese
nur zur Überprüfung der Arbeitsbereitschaft und zur Wiedererlangung
verlorener Arbeitstugenden dienen. Andernfalls besteht die Gefahr von Verdrängungseffekten
und Wettbewerbsverzerrungen auf dem ersten Arbeitsmarkt. Ziel darf nicht
eine Ausweitung des zweiten Arbeitsmarktes, sondern muss eine Integration Langzeitarbeitsloser
in den ersten Arbeitsmarkt sein.
Die Finanzierung des Arbeitslosengeldes II ist durch Bundesmittel
nicht vollständig gedeckt. Insbesondere für die Unterbringung der
Leistungsbezieher hat der Kreis in erheblichem Umfang zusätzliche Ausgaben.
Diese Aufwendungen der Kreisagentur für Beschäftigung belasten damit
erheblich den Kreisetat. Kommunale Gebietskörperschaften, die von dem
Optionsmodell Gebrauch gemacht haben, sind dringend aufgeordert, Verhandlungen
mit dem Bund über die möglichst vollständige Erstattung der
anfallenden Kosten zu führen.
Kinder und Familie
Ohne Kinder hat unsere Gesellschaft keine Zukunft. Dabei ist
die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wichtig, um die Entscheidung für
ein Kind zu erleichtern. Kinder und Karriere müssen nebeneinander möglich
sein. Das gilt auch für allein erziehende Väter und Mütter.
Wer Flexibilität im Beruf zeigen soll, muss auch auf flexible Ganztagsbetreuungsangebote,
Tagesmütter und Kinderkrippen zurückgreifen können. Ganztageskinderplätze
mit flexiblen Öffnungszeiten sind unverzichtbar. Wenn sich Kommunen entscheiden,
Kinderbetreuungseinrichtungen kostenlos anzubieten, darf dies nicht durch die
Kommunalaufsicht des Innenministeriums konterkariert werden.
In Kindergärten muss das Betreuungsangebot durch altersgerechte,
auch bilinguale Bildungsangebote verbessert werden. Erzieher und
Erzieherinnen müssen entsprechende Qualifikationen erwerben können.
Private Initiativen arbeiten vielfach kostengünstiger
als öffentliche Einrichtungen. Daher müssen diese, sofern sie die
gesetzlichen Vorgaben erfüllen, verstärkt gefördert werden.
Der Bedarf an Ganztagsbetreuung in Schulen gewinnt zunehmend
an Bedeutung. Oftmals arbeiten beide Elternteile oder Alleinerziehende können
wegen der Kinderbetreuung kein adäquates Arbeitsverhältnis eingehen.
Sie sind deshalb auf zusätzliche Leistungen angewiesen, die wiederum die
kommunalen Haushalte belasten. Eine Ganztagsbetreuung mit integrierter
Hausaufgabenbetreuung ist daher im allgemeinen Interesse. Die Schulen müssen
bei entsprechender Förderung verstärkt zu derartigen Angeboten angehalten
werden, wobei ehrenamtlich Tätige zu einer Reduzierung der entstehenden
Kosten beitragen sollen.
Jugend
Demokratie ohne Nachwuchs hat keine Zukunft. Liberale Politik
bedeutet, dass Jugendliche ernst genommen werden und eigene Gestaltungsmöglichkeiten
haben. Generationengerechtigkeit und verantwortungsbewusste Teilnahme am gesellschaftlichen
Leben betrifft alle Altersstufen.
Die FDP will die Eigeninitiative und Selbstorganisation Jugendlicher
fördern und deshalb Schülerwahlen, Jugendbeiräte und Jugendparlamente
unterstützen.
Angebote für Jugendliche müssen so ausgestaltet
werden, dass gerade diejenigen, die keiner sinnvollen Freizeitgestaltung nachgehen
und daher am ehesten gefährdet sind, erreicht werden. Hier gewinnt die
Tätigkeit der Vereine eine herausragende Bedeutung. Auch den Jugendorganisationen
der politischen Parteien kommt in diesem Zusammenhang eine wichtige Aufgabe
zu.
Bei der Förderung der Vereine ist besonders darauf
zu achten, dass eine qualifizierte Jugendarbeit geleistet wird. Nur so kann
sichergestellt werden, dass den Jugendlichen ein möglichst breites Angebot
zur Verfügung steht.
Gleichberechtigung
Der Beitrag von Frauen und Männern in Familie, Wirtschaft
und Gesellschaft ist gleichwertig. Deshalb setzt die FDP bei der Partnerschaft
zwischen Frauen und Männern auf gleiche Teilnahmerechte und -chancen.
Im Zuge der Gleichberechtigung sind die erheblichen Ausgaben
des eigens für Frauenbelange geschaffenen Kreisfrauenbüros auf das
Maß zurückzuführen, das den gesetzlichen Anforderungen entspricht.
Die FDP unterstützt die freiwillige Selbstorganisation
von Frauen in Vereinen, Stiftungen, Bürgerinitiativen und Selbsthilfegruppen.
Die finanzielle Unterstützung des Frauenhauses in Münster sowie der
Fachberatungsstellen und Mütterzentren soll weiterhin erfolgen.
Senioren
Alter darf nicht ins Abseits führen. Ältere Menschen
müssen als geachtete Bürger gleichberechtigt am gesellschaftlichen
Leben teilhaben können, aktiv, sinnvoll eigenverantwortlich und selbst
bestimmt. Von ihren Erfahrungen können alle profitieren.
Noch wird Darmstadt-Dieburg aufgrund seiner Lage und Ausgangsbedingungen
als "Zuzugskreis" begünstigt und weiter wachsen. Prognosen lassen jedoch
einen Bevölkerungsrückgang ab 2020 erwarten. Vorausschauendes
politisches Handeln muss sich schon jetzt durch eine demografische Anpassungs-
und Präventionsstrategie auf diese mögliche Entwicklung einstellen.
Die FDP richtet dabei ihr Hauptaugenmerk auf die Verbesserung der Bedingungen
für Kinder, Familien und Senioren, den Zuzug und Verbleib junger Familien,
eine bedarfsgerechte Anpassung der öffentlichen Strukturen und auf verbesserte
Lebensbedingungen, die die Attraktivität unseres Landkreises erhöhen.
Dafür wird sich die FDP in der vom Kreistag eingesetzten "Kommission
demografischer Wandel" auch weiterhin nachhaltig einsetzen.
Liberale Seniorenpolitik geht Jung und Alt gleichermaßen
an, weil sie das Gegeneinander der Generationen verhindern und das Miteinander
erreichen will.
Die FDP will die ehrenamtliche Tätigkeit von Senioren im
Rahmen ihrer Möglichkeiten fördern. Sie will gerade diejenigen
einer älter werdenden Gesellschaft in die Verantwortung nehmen, die endlich
genügend Zeit haben, sich um die Angelegenheiten der Gemeinschaft mit
all ihren Erfahrungen zu kümmern. Es gibt eine unendliche Liste alter
und uralter Menschen, die die Welt mehr verändert haben, als ganze Generationen
von Dreißigjährigen. Altengerechtes Wohnen in seiner Vielfalt, Seniorenclubs,
Seniorenbeauftragte, Vereine zur gegenseitigen Hilfe etc. sollen gefördert
werden. Der ambulanten Hilfe ist Vorzug einzuräumen vor der stationären
Hilfe, wobei dem Wunsch der Senioren auch nach verschiedenen Zwischenstufen
entsprochen werden soll.
Seniorenarbeit sollte möglichst wohnortnah erfolgen.
Was in den Kommunen an Seniorenarbeit erledigt werden kann, sollte nicht zusätzlich
Aufgabe des Landkreises sein.
In vielen Gemeinden sind bereits Seniorenbeauftragte in den
Verwaltungen tätig. Daher muss vorrangig die Verlagerung der Beratungstätigkeit
vom Kreis auf die Kommunen betrieben werden.
Gersprenz gGmbH / Zweckverband Senio
Zum Zeitpunkt der Gründung der Seniorendienstleistungs-Gesellschaft
Gersprenz gGmbH, die Altenpflegeheime in Reinheim, Groß-Umstadt und Groß-Zimmern
sowie künftig in Münster betreibt, war die FDP nicht im Kreistag
vertreten. Sie trägt somit auch keine politische Verantwortung für
die damals getroffenen Entscheidungen. Dennoch sieht sich die FDP in der Pflicht,
die Zukunft des Senio Zweckverbandes zu sichern. So hat
sich die FDP zunächst in dem vom Kreistag unter Vorsitz ihres Fraktionsvorsitzenden
Klaus-Jürgen Hoffie eingesetzten Akteneinsichtsausschuss erfolgreich um
Aufklärung der Ursachen der defizitären Entwicklung der Gesellschaft
bemüht und konstruktiv an Vorschlägen einer Sanierung mitgewirkt.
Aufgrund der finanziellen Schieflage des Senio Zweckverbands
und der Gersprenz gGmbH ist der Zuschussbedarf des Landkreises und der beteiligten
Kommunen erheblich. Indirekt sind alle Kommunen des Landkreises über die
Kreisumlage an dem Millionendefizit beteiligt. Nach dem Gutachten der hinzugezogenen
Unternehmensberatung ist jedoch mittelfristig mit einer Besserung der finanziellen
Situation des Zweckverbandes Senio zu rechnen. Der Landkreis wird aufgefordert,
gemeinsam mit den beteiligten Kommunen den eingeleiteten Konsolidierungskurs
mit höchster Sorgfalt zu begleiten. Sollte sich die Gersprenz gGmbH nach
der Umstrukturierung nicht als geeignete Betreiberin erweisen, wird sich die
FDP mit Nachdruck für einen neuen Betreiber einsetzen.
Im Übrigen sollte der privaten Altenpflege der Vorrang
vor kommunalen Aktivitäten in diesem Bereich gegeben werden.
Gesundheit
Eine gute Versorgung im Krankheitsfall ist das zentrale Anliegen
der Menschen an die kommunale Gesundheitspolitik. Es müssen Rahmenbedingungen
geschaffen und erhalten werden, damit den kranken Menschen in zumutbarer Entfernung
ein ausreichendes Angebot an medizinischer und pflegerischer Leistung durch
Heilberufe, Pflegedienste und Krankenhäuser zur Verfügung steht.
Unsere Gesundheitspolitik will eine enge Zusammenarbeit der freien, niedergelassenen
Heilberufe untereinander sowie mit den Krankenhäusern des Kreises.
Die FDP begrüßt die von der Landesregierung geforderte Fusion
der Kreiskrankenhäuser Groß-Umstadt und Seeheim-Jugenheim
mit dem St. Rochus Krankenhaus in Dieburg, mit der Synergieeffekte genutzt
werden können.
Die FDP sagt ein klares Nein zur Freigabe von harten und
weichen Drogen. Um Drogensüchtige in der Szene zu erreichen, aber
auch aus humanitären Gründen, sind szenen- und ortsnahe Einrichtungen
notwendig, wie Anlaufstellen zur Beratung und medizinischen Versorgung, Streetworker,
Druckräume und Notschlafplätze.
Integration
Wesentlich für den Zusammenhalt, den inneren Frieden
und die Toleranz in unserer Gesellschaft ist, wie deutsche und Zugewanderte
miteinander auskommen, wie Migranten hier leben und integriert sind und welchen
Rechtsstatus sie genießen. Liberale Ausländerpolitik ist in ihrem
Kern Integrationspolitik. Sie verlangt Anstrengungen von den Einheimischen,
besonders aber von den Zugewanderten und ihren Familien, Integrationsbereitschaft
zu zeigen und Integrationsangebote anzunehmen. Aufgabe und Ziel ist es, die Zuwanderer
auf Basis der freiheitlichen demokratischen Grundordnung des Grundgesetzes zur
Teilnahme am politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Leben hinzuführen. Integrationsmaßnahmen
verschiedener Ebenen müssen besser aufeinander abgestimmt werden.
Bürgerengagement
Leben in unserem Kreis und unseren Gemeinden bedeutet vor
allem Leben in der Gemeinschaft. Hier ist die Möglichkeit des Einzelnen,
seinen unmittelbaren Lebensraum, seine Lebensbedingungen und seine Lebensqualität
selbst zu erkennen und mitzugestalten. Für Liberale gilt das Prinzip der
Subsidiarität, des Vorrangs der kleineren Einheit: Auf höherer Ebene
soll nur geregelt werden, was auf unterer Ebene nicht besser geregelt werden
kann. Wichtiger Bestandteil der liberalen Bürgergesellschaft ist der stärkere
Einfluss der Bürger auf kommunale Sachentscheidungen durch Bürgerbegehren
und Bürgerentscheide. Für die FDP sind Eigeninitiative, Selbsthilfe
und das Ehrenamt untrennbar verbunden mit dem Einsatz für die Gemeinschaft.
In dieser Gemeinschaft sind Sport- und Kulturvereine ebenso unverzichtbar,
wie soziale Initiativen. Sie brauchen Unterstützung und notwendige Freiräume,
um sich entfalten zu können. Das ehrenamtliche Engagement soll erleichtert
werden durch Qualifizierung, Anleitung und die Vereinfachung von Verwaltungsvorschriften.
Die Verkleinerung des Kreistages auf die gesetzlich kleinste
mögliche Zahl von 81 auf 71 Abgeordneten war ein Schritt in die richtige
Richtung. Jetzt fordert die FDP weniger und kleinere Kreistagsausschüsse
und Sitzungen grundsätzlich nur noch außerhalb beruflicher Dienstzeiten.
Damit sollen mehr Mitwirkungsmöglichkeiten für alle Bürgerinnen
und Bürger geschaffen und Verdienstausfallabrechnungen gespart werden.
Sicherheit
Den Ängsten und dem Bedrohungsempfinden der Bevölkerung
muss Rechnung getragen werden. Viele Bürger fühlen sich an bestimmten
Orten zu bestimmten Tageszeiten nicht ausreichend sicher.
Die Polizei kann nicht immer flächendeckend an den markanten
Punkten sein, zumal sie meist für mehrere Kommunen zuständig ist.
Die FDP befürwortet daher einen ehrenamtlichen
freiwilligen Polizeidienst, der an den Brennpunkten immer wieder präsent
ist. Alleine diese Präsenz reicht oftmals schon aus, Bedrohungen und
Vandalismus vorzubeugen. Die örtlichen Polizeidienststellen können
so teilweise entlastet werden, bei Bedarf aber zu Hilfe gerufen werden.
Die Erfahrungen von Kommunen, die einen solchen freiwilligen
Polizeidienst eingerichtet haben, sind durchweg positiv.
Eine verbesserte Zusammenarbeit aller Verantwortlichen, z.
B. durch die Gründung von lokalen Präventionsräten,
trägt zu einem wirksamen Schutz der Bürger bei.
Wo Gewalt, Diebstahl, Vandalismus und Graffiti- Verunreinigungen
an Schulen nicht einzudämmen sind, wird die FDP darauf hinwirken, dass
Programme entwickelt werden, die sicherstellen, dass durch gemeinsame Übernahme
von Verantwortung durch Schüler, Lehrer und Eltern eine derartige Verschwendung
von Steuergeldern unterbleibt. Gegebenenfalls ist eine Videoüberwachung
von Pausenhöfen und Fahrradständern außerhalb der Schulzeit
einzurichten
Dabei ist die Einbeziehung der Jugendbeiräte zwingend
erforderlich, da sie in der Regel die Gegebenheiten vor Ort am besten beurteilen
können. Schul- und Sozialpolitik müssen hier eng zusammenarbeiten.
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