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Umwelt und Natur


„Wir leben in einem gefährlichen Zeitalter. Der Mensch beherrscht die Natur, bevor er gelernt hat, sich selbst zu beherrschen.“

Albert Schweitzer (1875-1965)


Natürliche Lebensgrundlagen erhalten

Umweltschutz in unseren Städten und Gemeinden ist in erster Linie eine Angelegenheit aller Bürgerinnen und Bürger. Er ist eine fachgebietsübergreifende Aufgabe, um die Lebensinteressen der Menschen und den Erhalt der Umwelt in Einklang zu bringen. Deshalb handeln Liberale nach dem Grundsatz des verantwortungsvollen Umgangs mit den natürlichen Ressourcen. Im Umwelt- und Naturschutz haben für uns deshalb vertragliche Regelungen Vorrang, bevor es zu ausufernden Gesetzen und Verordnungen kommt.

Der Land- und Forstwirtschaft kommt in Bezug auf den Erhalt der Kulturlandschaft gerade im Ballungsraum eine wichtige Rolle zu.

Die wichtigen Umweltthemen wie Energieeinsparung, Flächenversiegelung, Wasserversorgung, Abwasserbehandlung und Entsorgung von Abfällen sind eine Daueraufgabe des Landkreises mit seinen Kommunen.

In Zusammenarbeit mit der TU Darmstadt wurden Projekte herausgearbeitet, die in Hinblick auf die prognostizierten Klimaveränderungen auch unsere Region zum Handeln auffordern. So sind die Häufungen von starken Winterniederschlägen planerisch von der Wasserwirtschaft ebenso zu berücksichtigen, wie eine länger anhaltende Sommerhitze durch die Gebäudewirtschaft. Während die baulichen Maßnahmen bei den Landkreis-Schulen und Verwaltungsgebäuden in der Vergangenheit im Wesentlichen der Senkung der Heizkosten dienten, ist zukünftig vermehrt der Schutz vor sommerlichen Hitzetagen zu beachten.

Der Schutz von Boden und Wasser ist gesetzlich geregelt, die Verwaltung hat für die Einhaltung der Gesetze vor Ort zu sorgen. Vom Umweltexperten der FDP, Dr. Albrecht Achilles, sind bereits Vorschläge zur nachhaltigen Reduzierung von bestehenden Belastungen in den Kreistag eingebracht worden: Durch Anbau von Energiepflanzen wie Schilfgras oder Gehölzpflanzen entlang von Gewässern können Nährstoffentzüge einerseits und Energiepotenziale andererseits geschaffen werden. Die Vorflutgewässer werden dadurch nachhaltig gereinigt und gleichzeitig dringend benötigtes Heizmaterial für unsere lokale Energieversorgung bereitgestellt. Hierzu schlägt die FDP eine Zusammenarbeit von Was­
ser-, Land- und Forstwirtschaft mit der Energiewirtschaft vor, bei der der Landkreis eine koordinierende Funktion übernehmen soll.

Die vielen Umweltallianzen und die immer größere Zahl öko-auditierter Firmen sind ein weiterer Beweis dafür, dass durch eigenverantwortliches Handeln überreguliertes Kontrollwesen ersetzt werden kann. Wie beim erstmals von der FDP initiierten „Grünen Band“ soll der Umweltschutzpreis des Landkreises Darmstadt-Dieburg deshalb wieder verstärkt auch zur Anerkennung von vorbildhaften Entwicklungen unserer heimischen Unternehmen eingesetzt werden.

Land- und Forstwirtschaft als Kulturraum sichern

Die Landwirtschaft ist ein wichtiger Faktor bei der Erzeugung von hochwertigen Nahrungsmitteln in Verbrauchernähe. Sie schafft Versorgungssicherheit und Arbeitsplätze und ist ein wichtiger Partner bei der Erhaltung der gewachsenen Kulturlandschaft mit dörflichen Strukturen am Rande der Ballungszentren und übernimmt damit eine unverzichtbare Aufgabe als Erholungsraum. Die Aufnahme des östlichen Landkreisteils in die EU-„LEADER“-Förderung unterstreicht diese Entwicklung, aus der das „Erlebnisband Gersprenz“ hervorgegangen ist.

Die FDP ist davon überzeugt, dass die ab 2013 festgelegte einheitliche Kulturlandschaftsprämie der richtige Weg zu einer marktwirtschaftlich orientierten, leistungs- und ertragsstarken nachhaltigen Landwirtschaft auch für unsere Region ist. Sie sichert Landbewirtschaftung zu volkswirtschaftlich vertretbaren Kosten. Mit dem Aufbau eines Pools für Flächen sparende Kompensationsmaßnahmen kann nach Ansicht der FDP der Siedlungsdruck auf die knappe Ressource Boden im Ballungsgebiet eingeschränkt werden.

Eine standortangepasste Landwirtschaft ist Voraussetzung zur Erhaltung des hohen Qualitätsstandard unserer Böden. Mit der Kulturlandschaftsprämie werden die Leistungen der landwirtschaftlichen Betriebe für den Erhalt der Kulturlandschaft honoriert.

Die Forstwirtschaft in privater oder öffentlicher Hand dient ähnlichen Funktionen wie die Landwirtschaft. Sie muss sich finanziell nachhaltig betreiben lassen und kann dabei den Erholungsbedürftigen des Ballungsraumes ortsnah einen Ausgleich verschaffen. Naturbezogene Bewirtschaftungsformen, wie sie bei der Landesförderung des Projektes „Messeler Hügelland“ oder beim Bewirtschaftungsvertrag „Buchenwälder des vorderen Odenwaldes“ mit der Gemeinde Modautal vereinbart wurden, sind beispielhaft.

Abfallwirtschaft bürgerfreundlich gestalten

Das beim Zweckverband Abfall- und Wertstoffeinsammlung (ZAW) kreisweit umgesetzte Verfahren zur Mülleinsammlung im wirtschaftlichen Wettbewerb mit selektiver Entsorgung hat sich als äußerst effektiv und sauber erwiesen. Die am Verursacherprinzip orientierte Gebührenordnung ist hessenweit beispielhaft und kostengünstig. Die FDP fordert in interkommunaler Zusammenarbeit die örtlichen Abfall-Sammelstellen weiter zu optimieren.

Die FDP ist offen für neue Entwicklungen technischer Mülltrennung, wenn dadurch noch mehr Wertstoffe zurück gewonnen werden können als bisher. Gleichzeitig könnte dabei die Vielzahl der Abfallgefäße in den Haushalten reduziert werden, indem gelber Sack und graue Tonne durch eine „trockene“ Tonne zur besseren Wertstofftrennung ersetzt werden und die grüne Biotonne mit anschließender Kompostierung des Bioabfalls erhalten bleiben.

Die Beteiligung der Kreise Groß-Gerau und Odenwald an einer gemeinsamen Müllverwertung mit dem Landkreis Darmstadt-Dieburg und der Stadt Darmstadt im Zweckverband Abfallverwertung Südhessen (ZAS) hat dazu beigetragen, unsere Müllverbrennungsanlage in Darmstadt effizient und gebührenkonstant zu betreiben. Durch vertragliche Vereinbarungen über weitere Verwertungsmöglichkeiten – auch über die Landesgrenzen hinaus – muss zukünftig sichergestellt werden, dass die inzwischen nicht mehr voll ausgelasteten Müllheizkraftwerke des Rhein-Main-Gebietes auch in Zukunft wirtschaftlich betrieben werden können.

 

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