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Umwelt, Natur, Landwirtschaft, Verkehr
Mehr Effizienz - mehr marktwirtschaftliche
Prinzipien - mehr
Mobilität
Umwelt und Natur
Wir müssen sorgfältig mit unserer Natur und Umwelt
umgehen, denn wir sind auf sie angewiesen, wir leben in ihr.
Wir wollen unseren Kindern die natürlichen Lebensgrundlagen
erhalten. Unser Landkreis ist von der Natur begünstigt. Natur gehört
zu den Voraussetzungen der Qualität unseres Lebens. Deshalb setzt sich
die FDP für nachhaltig zukunfts-verträgliche Entwicklungen ein, die durch ökologisch
bewusstes Handeln Belastungen reduzieren und die Ressourcenproduktivität
erhöhen. Effizienter Umweltschutz ist nur mit marktwirtschaftlichen Instrumenten
zu erreichen. Ein Wirtschaftssystem, das seine natürlichen Lebensgrundlagen
zerstört, ist nicht zukunftsfähig. Der Schutz der Umwelt gehört
zu den unabdingbaren Zielen einer sozialen Marktwirtschaft. Markt und Wettbewerb
zielen auf Effizienz beim Vermeiden und Beheben von Schäden. Dieses Prinzip
muss sich endlich auch in der Umweltpolitik durchsetzen. Anstelle bürokratischer
und dirigistischer Apparate brauchen wir Umweltschutz mit modernen marktwirtschaftlichen
Methoden, um die besten Ergebnisse zu erzielen.
Moderne Umweltpolitik erkennt, dass es anmaßend ist,
Menschen auf allen Gebieten vorzuschreiben, was sie zu tun und zu lassen haben.
So wäre es nicht mehr notwendig, den privaten Haushalten die Mülltrennung
gesetzlich vorzuschreiben, wenn z.B. technische u. wirtschaftliche Möglichkeiten
bestehen, die exakter und gründlicher den gleichen Zweck erreichen. Es
ist nicht sinnvoll, Schadstoffe im Promillebereich weiter zu reduzieren, wenn
mit dem gleichen Aufwand anderswo ein hundertfacher Effekt zu Gunsten unserer
gemeinsamen Umwelt zu erzielen wäre.
Deshalb setzen wir darauf, das Ordnungsrecht zurückzudrängen
zugunsten marktkonformer Instrumente wie die Schaffung von Eigentumsrechten,
Zertifikatshandel, Lizenzen und Selbstverpflichtungen.
Unser Ziel ist Wettbewerb der besten Lösungen statt
staatlicher Intervention. Wenn wir für Umweltschutz etwas
erreichen wollen, dann müssen wir Produktions- und Lebensweisen ersetzen,
deren bedrohliche Folgen uns deutlich werden.
Dazu brauchen wir Technologien zur Erneuerung und Verbesserung
aller Produktionsmöglichkeiten durch Einfallsreichtum und wissenschaftliche
Erkenntnis.
Der Verbrauch an fossilen Brennstoffen wird weiter ansteigen.
Um den Trend umzukehren sind alle Möglichkeiten über die wir heute
verfügen, gleichzeitig anzuwenden:
- Der Anbau nachwachsender Rohstoffe
- der Einsatz der Wasserstofftechnologie
- Geothermik und Solartechnik
- Einsparungen durch verbesserte Wärmedämmung
- Kraftwärmekopplung aber auch
- Kernenergie, denn sie kann kurzfristig den wirksamsten Beitrag zum Schutz
des Klimas bieten. Dabei darf es keine Zugeständnisse bei der Sicherheit
geben.
Energiepolitik muss Versorgungssicherheit leisten.
Sie darf aber nicht zu überhöhten Preisen führen. Die Möglichkeit,
regenerativ gewonnene Energie mit Speichertechniken zu konservieren, muss genutzt
werden. Die Rahmenbedingungen für die energetische Nutzung von Biomasse
müssen durch Beseitigung von Überreglementierung verbessert werden.
Wir setzen uns ein für die energetische Nutzung nachwachsender Rohstoffe auch
in unserem Landkreis.
Die FDP spricht sich gegen die weitere Genehmigung von
Windkraftanlagen in windschwachen Gebieten ohne klaren Nachweis der Wirtschaftlichkeit
und in Naturschutzgebieten aus. Energietechnisch fragwürdige Anlagen
sind ein zu hoher Preis für die Beeinträchtigung von Flora und
Fauna, des Landschaftsbildes und des Tourismus.
Das im Kreis umgesetzte Verfahren zur Mülleinsammlung
im Wettbewerb und mit selektiver Entsorgung hat sich als äußerst
effektiv und sauber erwiesen. Die am Verursacherprinzip orientierte Gebührenordnung
ist beispielhaft kosten-günstig.
Die FDP begrüßt die Beteiligung der Kreise Groß-Gerau
und Bergstraße an einer gemeinsamen Müllentsorgung, um die Müllverbrennungsanlage
des ZAS effizienter betreiben zu können.
Landwirtschaft
Landwirtschaft ist in unserer Region zwischen den Ballungsräumen
Rhein-Main und Rhein-Neckar keine bloße Restgröße.
Sie ist ein wichtiger Faktor bei der Erzeugung von hochwertigen
Nahrungsmitteln in Verbrauchernähe, schafft Versorgungssicherheit und
Arbeitsplätze. Sie ist wichtiger Partner bei der Erhaltung der alten und
gewachsenen Kulturlandschaft.
Fehlendes Marktgleichgewicht, mangelhafte Betriebsstrukturen
und ausufernde Bürokratie sind hinderliche Merkmale bisheriger EU-Agrarpolitik.
Subventionierte Investitionen und Produktpreise sind kein Erfolgsmodell. Sie
führen tendenziell zu Fehlinvestitionen, Bürokratie, zu Überproduktionen
und damit zu massiven Funktionsstörungen der Märkte.
Die FDP ist davon überzeugt, dass die ab 2013 festgelegte
einheitliche Flächenprämie, die Kulturlandschaftsprämie, der
richtige Weg zu einer marktwirtschaftlich orientierten, leistungs- und
ertragsstarken nachhaltigen Landwirtschaft ist. Sie sichert Landbewirtschaftung
zu volkswirtschaftlich vertretbaren Kosten.
Eine standortangepasste Landwirtschaft ist Voraussetzung zur
Erhaltung des hohen Qualitätsstandard unserer Böden. Mit der Kulturlandschaftsprämie
werden die Leistungen der landwirtschaftlichen Betriebe für den
Erhalt der Kulturlandschaft honoriert.
Verkehr
Die FDP will eine mobile Gesellschaft. Diese soll aber
nicht zu unerträglichen Lasten Anderer erreicht werden. Deshalb müssen
die verschiedenen Verkehrsmittel unter Berücksichtigung ökonomischer
und ökologischer Kriterien in einem funktionsfähigen Wettbewerb zueinander
stehen. Individualverkehre sind umweltverträglich zu optimieren:
Flüssiger Verkehr mindert Schadstoffausstoß, spart Energie und Feinstaubemissionen.
Intelligente Ampelsysteme müssen "Grüne Wellen" ermöglichen.
Umgehungsstraßen sollen Ortskerne und Wohngebiete entlasten,
wo Einwohner in unserem Landkreis zum Teil seit Jahrzehnten unerträglich
unter Verkehrslärm, Staus und Abgasen leiden. Mit den Ortsumgehungen Pfungstadt,
Ober-Ramstadt und Bickenbach sind in den letzten Jahren bereits wichtige
Entlastungstrassen fertig gestellt worden. Besonders dringlich sind
jetzt
- die Nord-Ost-Umgehung Darmstadt bis zur B 42- Autobahn-Anschluss Weiterstadt
- die B 38 - Ortsumgehungen Groß-Bieberau und Reinheim
mit Anbindung an die B 426
- der B 26 - Ausbau kreuzungsfrei zwischen Dieburg und Babenhausen-Ost
- der B 45 - Ausbau kreuzungsfrei zwischen Dieburg und Groß-Umstadt-Süd
- die B 426 - Umgehung Nieder-Ramstadt mit Lohbergtunnel und Ausbau am Kühlen
Grund (Felsnase)
- die Ostumgehung Ober-Ramstadt als Verbindung zwischen der B 426 und der
B 38 (jedoch nicht vor Bau der NO-Umgehung Darmstadt)
- die Verbesserung der Verkehrsverhältnisse Pfungstadt-Eschollbrücken
Jede neue Trasse für Straßen oder Schienenwege
ist ein Eingriff der durch Ausgleichsflächen zu mildern ist. Soweit diese
der Landwirtschaft im Kreis nicht mehr zur Verfügung stehen werden, setzt
sich die FDP dafür ein, weniger attraktive, auch rück baubare Flächen
der Kommunen zu nutzen und als Grünflächen entstehen zu lassen.
Wir werden unsere Verkehrsprobleme nur im regionalen Maßstab
lösen. Deshalb fordert die FDP eine enge Zusammenarbeit und Abstimmung
der Stadt Darmstadt mit den Landkreisen in Südhessen bedarfsorientiert
und attraktiv organisiert, ausgebaut und durch P+R-Plätze - besonders
für Pendler nach Darmstadt - mit dem Individualverkehr ergänzt werden.
So können Verkehrs- und Umweltbelastungen deutlich gesenkt werden. Der ÖPNV muss
angesichts der dramatischen Haushaltssituation des Kreises noch stärker
nach wirtschaftlichen Grundsätzen betrieben werden. Beispielsweise
können Anruf-Sammel-Taxen (AST) teuere Stadtbuslinien ersetzen bzw. ergänzen.
Die FDP fordert die Optimierung und Kanalisierung der Pendlerströme
in Südhessen sowie die Erleichterung der Übergänge zwischen
den Verkehrsverbünden RMV, Rhein Neckar und Verkehrsgesellschaft Untermain
Großräumige Verkehrserschließungen müssen
in unserem regionalen Vernetzungsbereich auch die Entwicklung einer künftigen
Metropolregion Rhein-Main-Neckar beachten .
Die ICE-Neubautrasse Frankfurt-Stuttgart mit Halt in Darmstadt und
Mannheim ist dabei das wichtigste Projekt. Die FDP widersetzt sich allen Zugeständnissen
und Forderungen, eine ICE-Trasse ohne Halt in Darmstadt zu ermöglichen.
Die Trassenvarianten über Darmstadt vermeiden
- massive Grundwasserkonflikte
- erschließen das Kundenpotential einer
wirtschaftsstarken Region
- Deutschlands und Europas
- ermöglichen neue Verknüpfungsmöglichkeiten
im Schienenfernverkehr
- berücksichtigen die künftige Liberalisierung
im Schienenverkehr
- eröffnen zukünftigen Generationen die eigene
Entscheidung über
- Durchfahrt und Halt von Zügen in der Region.
Der Ausbau des Frankfurter Flughafens ist unverzichtbar. Er
ist mit 3.3 Milliarden Euro die größte private Zukunftsinvestition
in Deutschland. Damit wird die Verdoppelung des Fluggastaufkommens in den nächsten
zehn Jahren und die Beschäftigung von 100.000 Mitarbeitern ermöglicht.
Fraport sichert mit seiner Drehkreuzfunktion und als Tor zur Welt den Standort
Hessen und der Technologieregion Rhein-Main-Neckar im Wettbewerb der Regionen
Europas. Er ist für den Landkreis Darmstadt–Dieburg herausragender Standortfaktor.
Erforderlich ist deshalb die direkte Anbindung des Fraport-Geländes an
den Schienenverkehr auch aus dem östlichen Kreisgebiet.
Voraussetzung für den Ausbau ist die Einhaltung der Empfehlungen
des Mediationsverfahrens, insbesondere des Nachtflugverbots von 23.00 bis 5.00
Uhr und des Anti-Lärmpakts sowie des bestmöglichen Schutzes der Lebensqualität
und der Gesundheit der Menschen.
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