Verkehrspolitik
Mobilität
sichern
Die
FDP steht für eine mobile Gesellschaft.
Diese
soll aber nicht zu unerträglichen Lasten Anderer erreicht werden.
Deshalb müssen die verschiedenen Verkehrsmittel unter
Berücksichtigung ökonomischer und ökologischer Kriterien in einem
funktionsfähigen Wettbewerb zueinander stehen.
Individualverkehre
sind
umweltverträglich
zu
optimieren:
Flüssiger Verkehr mindert Schadstoffausstoß, spart Energie und
Feinstaubemissionen. Intelligente Ampelsysteme müssen „Grüne
Wellen“ ermöglichen. Für die FDP steht die Optimierung der
Verkehrsströme vor Fahrverboten oder einer Citymaut. Eine gut
ausgebaute Verkehrsinfrastruktur bildet nicht zuletzt eine
Entscheidungshilfe bei der Standortwahl von Unternehmen.
Im
Rahmen der Elektro-Mobilitäts-Entwicklung sind z.B. Stromtankstellen
an P+R-Plätzen und bei den Kreisliegenschaften gemeinsam mit den
Stromanbietern in die Verkehrsinfrastruktur einzubinden.
Straßeninfrastrukur
nach Priorität ausbauen
Mit
dem jetzt vorgelegten Verkehrsentwicklungsplan des Landkreises
Darmstadt-Dieburg ist eine wesentliche Grundlage für die
Straßeninfrastruktur auch für die Kreiskommunen geschaffen.
Als
besonders dringlich
sind
die Maßnahmen an Bundesstraßen aufgeführt, die bereits im
Bundesverkehrswegeplan mit hoher Priorität ausgewiesen sind:
-
die B 26-Nord-Ost-Umgehung in Darmstadt bis zum
B 42-Autobahn-Anschluss Weiterstadt
-
der dreistreifige und kreuzungsfreie Ausbau der B 26
zwischen Dieburg und der bayrischen Landesgrenze
-
der vierspurige und kreuzungsfreie Ausbau der B 45
zwischen Dieburg und Groß-Umstadt-Süd
-
die B 426-Umgehung Ober-Ramstadt-Hahn sowie ihre
Weiterführung um Reinheim und Otzberg zur B 45.
Beim
B-26-Ausbau östlich von Dieburg fordert die FDP einen
kreuzungsfreien Ausbau auf heutigem Niveau sowie einen Neubau der
„großen Südumgehung“ Babenhausens.
Nordostumgehung
wichtigste
Infrastrukturmaßnahme
Für
die FDP bleibt die von ihrem Fraktionsvorsitzenden und damaligen
Bundestagsabgeordneten, Klaus Jürgen Hoffie, vor über 30 Jahren auf
den Weg gebrachte Planung der Nord-Ost-Umgehung Darmstadts die
wichtigste regionale Straßenbaumaßnahme, die von den Grünen in
Stadt und Landkreis bekämpft wird.
Schwerpunkte
der kommunalen Verkehrsinfrastrukturmaßnahmen sind die bestmögliche
Beseitigung der Überlast-Situationen von Straßen im Landkreis, die
Verbesserung der Verkehrssicherheit auf kritischen
Streckenabschnitten (B 26 östlich von Dieburg; B 45
südlich von Dieburg) sowie die Verbesserung der Verträglichkeit von
Ortsdurchfahrten (Roßdorf, Eschollbrücken, Pfungstadt-West,
Hähnlein, Ober-Ramstadt-Hahn, Reinheim, Groß-Bieberau, Lengfeld,
Dieburg, Eppertshausen).
Ortskernentlastungen
zügig
fertig stellen
Umgehungsstraßen
sollen Ortskerne und Wohngebiete entlasten, wo Einwohner in unserem
Landkreis zum Teil seit Jahrzehnten unerträglich unter Verkehrslärm,
Staus und Abgasen leiden. Mit den Ortsumgehungen Nieder-Ramstadt
(Lohbergtunnel), Pfungstadt, Ober-Ramstadt und Bickenbach sind in den
letzten Jahren bereits wichtige Entlastungstrassen
fertig
gestellt worden. Die Ortsumgehungen im Zuge der B 38 von
Reinheim sind in Bau und für Groß-Bieberau im Planungszustand.
Innerörtliche
verkehrliche Überlastungen in den Kommunen müssen kontinuierlich
durch verkehrstechnische und- regelnde Maßnahmen reduziert werden.
Oberzentrum
Darmstadt
in Planungen einbeziehen
Wir
werden unsere Verkehrsprobleme nur im regionalen Maßstab lösen.
Deshalb fordert die FDP eine engere Zusammenarbeit und Abstimmung der
Stadt Darmstadt mit den Landkreisen in Südhessen. Bedarfsorientiert
und attraktiv organisiert, können P+R-Plätze für Pendler nach
Darmstadt und zur Rhein-Main-Schiene zum Beispiel entlang der
Odenwaldbahn sinnvoll ergänzt werden. Eine Reaktivierung des
Haltepunktes Zeilhardt mit einem P+R-Platz nahe der neuen B-38-Trasse
soll geprüft werden. Damit können Verkehrs- und Umweltbelastungen
deutlich gesenkt werden.
Der
Zustand unserer Straßen hat sich nicht erst durch die beiden letzten
Winter dramatisch verschlechtert. Die FDP fordert deshalb einen
konkreten Zeitplan für die Beseitigung der witterungsbedingten
Schäden der Kreisstraßen und einen entsprechenden
Finanzierungsplan. Nur durch frühzeitige Sanierung können
Folgekosten vermieden werden, die bei einer Verschiebung schnell ein
Mehrfaches kosten. Darüber hinaus wird zur Verbesserung der
Verkehrssicherheit beigetragen.
Radwegenetz
bedarfsgerecht verbessern
Der
Radverkehr im Landkreis gewinnt zunehmend an Bedeutung. Sowohl im
Pendlerbereich, dies zum Teil auch durch Fahrradmitnahme in den
Bahnen, als auch im Freizeitsektor spielt das Fahrrad eine wichtige
Rolle. Durch Ausbau des Radwegenetzes wird dieser Entwicklung
Rechnung getragen. Lücken entlang klassifizierter Straßen müssen
geschlossen werden, um Unfallsituationen zu vermeiden. Das zunehmende
Aufkommen von Elektrorädern erfordert eine Überprüfung des
Radwegenetzes, um dem höheren Geschwindigkeitsniveau gerecht werden
zu können.
Schulen
des Landkreises werden in starkem Maße per Rad angefahren. Die FDP
unterstützt diese Entwicklung und fordert deshalb, dass sichere
Verkehrswege wie auch die notwendigen diebstahlsicheren
Abstellmöglichkeiten an den Schulen zur Verfügung stehen.
Für
die Freizeit-Radwanderwege hat der Landkreis ein beispielgebendes
Netz erstellt, das in Zusammenarbeit mit der Hochschule Darmstadt und
den Nutzern weiter zu optimieren ist.
ÖPNV
benutzerfreundlich
machen
Der
öffentliche Personen-Nahverkehr
(ÖPNV)
muss
angesichts der dramatischen Haushaltssituation des Kreises im Rahmen
des gemeinsamen Nahverkehrsplans mit der Stadt Darmstadt für das
DADINA-Gebiet noch stärker
nach wirtschaftlichen Grundsätzen betrieben
werden.
Beispielsweise können Anruf-Sammel-Taxen (AST) teure
Stadtbuslinien ersetzen bzw. ergänzen. Die FDP fordert die
Optimierung der Pendlerströme in Südhessen sowie die Erleichterung
der
Übergänge zwischen den Verkehrsverbünden
Rhein-Main-Verbund
(RMV) und Rhein-Neckar (VRN). Sowohl die Fahrpreisgestaltung als auch
die Kundenfreundlichkeit hinsichtlich der Haltestellenqualität,
elektronischen Hinweistafeln und der Bedienung von
Fahrscheinautomaten u.a.m. bedürfen einer ständigen Überprüfung.
Die
FDP fordert eine nutzerfreundliche Taktknotenplanung für die neue
Pfungstadtbahn mit ihren Übergängen in Darmstadt wie auch die der
überregionalen Verbindungen mit Umsteigemöglichkeiten in die
Landkreisgemeinden. Großräumige Verkehrserschließungen müssen in
unserem regionalen Vernetzungsbereich auch die Entwicklung der
Metropolregion Rhein-Main-Neckar beachten. Erst wenn lange Umsteige-
und Wartezeiten vermieden und attraktive Verbindungen geschaffen
werden, kann der öffentliche Personen-Nahverkehr wirkungsvoll den
Individualverkehr ersetzen.
Um
dem ÖPNV im Verkehrsraum Groß-Zimmern/Roßdorf –Darmstadt Chancen
für größere Leistungsfähigkeit zu erhalten, setzt sich die FDP
weiterhin für die bereits Anfang der 80er Jahre vom damaligen
hessischen Minister für Wirtschaft, Technik und Verkehr,
Klaus-Jürgen Hoffie, initiierte Freihaltung der Trasse ein, um
baldige Entscheidungen für eine mögliche Straßenbahnverbindung
nicht zu verbauen. Das gilt auch für eine Streckenführung
Weiterstadt-Darmstadt.
Schienenverkehr
optimieren
Die
FDP fordert eine optimale Einbindung Darmstadt-Dieburgs in das
europäische Hochgeschwindigkeitsnetz der Bahn im Zuge des Neubaus
der Strecke Rhein-Main/ Rhein-Neckar. Die Schieneninfrastruktur zu
den angrenzenden Metropolregionen ist bereits deutlich überlastet.
Dazu
muss die Funktion des Darmstädter Hauptbahnhofs als Drehscheibe für
den schienengebundenen Regionalverkehr ausgebaut und gestärkt
werden. Die FDP erkennt jedoch an, dass ein Haltepunkt für
Hochgeschwindigkeitsverkehr an sich keinen verkehrspolitischen Wert
darstellt. Wir befürworten einen konstruktiven Dialog mit der
Deutsche Bahn AG über verschiedene Lösungsmöglichkeiten. Im
Vordergrund steht für uns eine verkehrlich optimale und räumlich
bestverträgliche Anbindung Darmstadts über den Hauptbahnhof an die
wichtigen überregionalen Knotenpunkte in der Region. Die FDP ist
offen für eine Nordanbindung Darmstadts an den Fernbahnhof Frankfurt
in Verbindung mit einer weiterführenden Trassierung nach Wiesbaden.
Die Einrichtung einer solchen attraktiven Regionaltangente mit kurzen
Fahrzeiten und Zugtaktungen stellt eine zukunftsorientierte Lösung
der Gesamtproblematik im Ballungsraum Rhein-Main dar und führt zu
einer erheblichen Aufwertung des Darmstädter Hauptbahnhofs.
Für
die Bewohner im östlichen Landkreisteil fordert die FDP eine
schnelle Verbindung zur Nord-Süd-Achse Frankfurt-Mannheim durch eine
Regionalexpresslinie Aschaffenburg-Wiesbaden sowie eine
S-Bahn-Strecke von Dieburg über die Dreieich-Bahn zum Flughafen als
sinnvolle Erleichterung für Pendler in das Rhein-Main-Gebiet. Dies
dient auch der Schonung der autogeplagten Bewohner an
Durchfahrtsstraßen.
Internationale
Bedeutung
des Frankfurter
Flughafens
stärken
Der
Ausbau des Frankfurter Flughafens steht vor dem Abschluss.
Er
ist mit 4 Milliarden Euro die größte private
Zukunftsinvestition in Deutschland und mit derzeit 71 000
Beschäftigten die größte lokale Arbeitsstätte in der
Bundesrepublik. Dies ermöglicht die Verdoppelung des
Fluggastaufkommens in den nächsten zehn Jahren und umfangreiche
weitere Beschäftigungsverhältnisse: 2015 werden 95 000
Beschäftigte am Flughafen arbeiten. Der Frankfurter
Flughafen
sichert mit seiner Drehkreuzfunktion und als Tor zur Welt den
Standort Hessen und die Technologieregion Rhein-Main-Neckar im
Wettbewerb der Regionen Europas. Das Luftkreuz ist auch für den
Landkreis Darmstadt–Dieburg ein herausragender Standortfaktor.
Gleichzeitig
sind die Belastungen durch die Ausweitung des Flugbetriebs
unverkennbar. Mit Nachdruck fordert die FDP deshalb die Einhaltung
des im Mediationsverfahren vereinbarten Nachtflugverbots –
vorbehaltlich der Überprüfung durch das Bundesverwaltungsgericht –
sowie die Umsetzung des Anti-Lärmpakts zum bestmöglichen Schutz der
Lebensqualität und der Gesundheit der Menschen in unserer Region.